Wir sind eine in Gottes Liebe verwurzelte und vereinte Gemeinde, die Jesus Christus zu Menschen jeder Lebensphase, Hautfarbe, Nationalität und Religion bringt.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Tempelhof K.d.ö.R. ist 1837 gegründet worden und ist die erste Baptistengemeinde in Berlin.

Als Baptistengemeinde sind wir Teil des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland.

Evangelisch nennen wir uns, weil Jesus Christus die Mitte unseres Lebens sein soll. Allein durch ihn sind wir gerettet. Nur die Bibel gibt uns ein zuverlässiges Zeugnis, wer Gott ist und was sein Wille ist.

Freikirchlich nennen wir uns, weil wir für die Trennung von Staat und Kirche eintreten. Wir zahlen keine Kirchensteuer, sondern finanzieren uns aus Spenden der Mitglieder und einzelner Freunde der Gemeinde.

Baptisten nennen wir uns nach dem englischen Wort für Taufe „baptism“. Mitglied wird man bei uns durch die Glaubenstaufe. Allein Menschen, die mit Jesus leben wollen und ihren Glauben an ihn vor der Gemeinde bekannt haben, werden getauft.

Unsere Vision

Wir sind eine in Gottes Liebe verwurzelte und vereinte Gemeinde,
die Jesus Christus zu Menschen
jeder Lebensphase, Hautfarbe, Nationalität und Religion bringt.

Unser Leitbild

01

Wir sind überzeugt, dass Jesus Christus lebt, alle Menschen liebt und der
einzige Weg zu Gott ist. Die vertrauensvoll gelebte Beziehung zu Jesus
Christus ist die Mitte allen christlichen Glaubens. Gottes Heiliger Geist leitet
uns.

Wir lesen regelmäßig in der Bibel, weil sie Maßstab unseres Lebens ist.

Wir beten als Einzelne und gemeinsam, um mit Gott als unserem Vater in
Verbindung zu sein.

Wir lernen von Jesus Christus unser Leben zu gestalten und weiter zu entwickeln.

02

Wir sind überzeugt, dass Jesus Christus Menschen, die mit ihm leben, in
eine verbindliche Gemeinschaft stellt.

Wir sind unterschiedlich und das fordert uns heraus. Wir lernen von Jesus, uns
anzunehmen und für einander da zu sein.

Wir gestalten Gemeinde als einen Raum, in dem Generationen voneinander
lernen und sich ergänzen.

Wir ermutigen und helfen einander Begabungen, die Gott jedem anvertraut, zu
erkennen und einzusetzen.

Wir teilen den Glauben an Jesus Christus und persönliche Anliegen in Gruppen
und Hauskreisen.

03

Wir sind überzeugt, dass Jesus Christus im Gottesdienst gegenwärtig ist
und uns begegnen will.

Wir richten uns gemeinsam auf Jesus Christus aus, hören auf Gottes Wort und
beten ihn an.

Wir feiern den Gottesdienst am Sonntag als zentrale Veranstaltung des
Gemeindelebens.

Wir achten darauf, dass unsere Gottesdienste verständlich und für alle
Generationen ansprechend sind.

Wir feiern das Abendmahl mit allen, die sich zu Jesus Christus bekennen.

04

Wir sind überzeugt, dass Jesus Christus uns beauftragt, von ihm zu
erzählen und Menschen, in ein verbindliches Leben mit ihm zu begleiten.

Wir laden Menschen dazu ein, sich Jesus Christus anzuvertrauen und ihm
nachzufolgen.

Wir unterstützen Menschen in ihrer geistlichen Entwicklung

Wir entsenden Mitarbeiter in Verbindung mit verschiedenen Missionswerken
und unterstützen ihre Arbeit vor Ort.

05

Wir sind überzeugt, dass Jesus Christus uns sendet und befähigt,
Menschen in ihren Nöten beizustehen.

Wir setzen uns für Menschen ein, die Hilfe brauchen.

Wir bieten Suchthilfegruppen an und stellen anderen Selbsthilfegruppen
Räumlichkeiten zur Verfügung.

Wir unterstützen regionale und internationale Hilfsaktionen.

06

Wir verstehen uns als Teil der weltweiten christlichen Kirche.

Wir gehören als eigenständige Baptistengemeinde zum Bund Evangelisch­-
Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland und nehmen dort unsere
Verantwortung wahr.

Wir suchen den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen christlichen
Kirchen.

Unsere Historie

Die Historie unserer Gemeinde

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Tempelhof gibt es nun schon über 180 Jahre. Sie ist damit die zweitälteste Baptistengemeinde Deutschlands und war die erste in Berlin.

Die Gründung

Die Anfänge der baptistischen Bewegung reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Baptisten waren zunächst vor allem in England und Nordamerika verbreitet. In Deutschland begann die Bewegung mit Johann Gerhard Oncken 1834 in Hamburg. Oncken und weitere Mitglieder seines Bibelkreises teilten schon seit einigen Jahren die Überzeugung, dass die Säuglingstaufe keine biblische Taufe sei und diese auch nicht ersetze. So kam es, dass der baptistische Theologieprofessor Barnas Sears (USA), der innerhalb seines Sabbatjahres in Hamburg war, die Taufbewerber des Bibelkreises am 22. April 1834 um Mitternacht in der Elbe taufte. Am selben Tag wurde in Hamburg die erste Baptistengemeinde Deutschlands gegründet.

Von diesem Ereignis erfuhr auch Gottfried Wilhelm Lehmann, geboren 1799 in Berlin. Der junge Kupferstecher, der von seinen Eltern  lutherisch geprägt wurde, lebte als junger Mann einige Jahre in Ostfriesland und lernte dort andere Kirchen und junge engagierte Christen etwa aus der Reformierten Kirche oder von den Mennoniten kennen. Von dort kannte er auch dieses Taufverständnis. Nach seiner Zeit in Ostfriesland zog Lehmann zurück in seine Heimatstadt Berlin, und er fand sein geistliches Zuhause in pietistischen Gemeinschaften. Der Pietismus war eine Erneuerungsbewegung innerhalb der evangelischen Landeskirche und zeichnete sich durch missionarisches und diakonisches Engagement aus. Die Notwendigkeit einer persönlichen Bekehrung und Hingabe an Jesus Christus wurde dort gepredigt.

Lehmann engagierte sich an zahlreichen Projekten und brachte sich besonders bei der Verteilung von Bibeln und Traktaten (Kleinschriften, Flyer) mit ein.  Durch Lehmanns aktive und öffentliche Missionsarbeit wurde Oncken auf ihn aufmerksam und trat mit ihm in Kontakt. Einige Zeit später trafen sie sich in Berlin.

Lehmann beschäftigte sich intensiv mit der baptistischen Lehre und dessen Taufverständnis. Aber er wusste auch, dass eine Taufentscheidung ihn von vielen seiner engen Freunde, Brüder und Arbeiten in Berlin trennen würde, da die Taufe Onckens und die neu entstandene Baptistengemeinde in Hamburg sehr kritisch diskutiert wurden. Es war Oncken wegen seiner neuen Lehren sogar verboten Preußen zu betreten. Doch vor allem Lehmanns Frau Leonore war schnell und fest von der Richtigkeit der Glaubenstaufe überzeugt. So kam es, dass am 13. Mai 1837 das Ehepaar Lehmann und weitere Personen heimlich im Rummelsburger See von Oncken getauft wurden. Einen Tag später wurde mit der Feier des Abendmahls am Pfingstsonntag in der Wohnung der Lehmanns die erste Baptistengemeinde Berlins gegründet.

Der Kampf um Anerkennung

Seit Lehmanns Taufe gingen ihm viele Weggenossen aus dem Weg. Er wurde öffentlich beschimpft und aus dem Amt des Sekretärs der von ihm gegründeten Enthaltsamkeits-Gesellschaft entlassen. Die Türen der Kirchen waren für die derzeitig noch kleine Baptistengemeinde verschlossen, sodass die Gottesdienste weiterhin in der Wohnung der Lehmanns stattfanden. In den ersten drei Jahren kamen nur sechs neue Mitglieder zur Gemeinde. Oncken reiste zunächst für jede Taufe an, bis Lehmann im Juni 1840 in London zum Pastor ordiniert wurde und selbst Taufen vollziehen durfte.  Zwei Jahre später wurde am Himmelfahrtstag der Gottesdienst in der Scharrenstraße von 18 Männern überfallen. Lehmann wird niedergeschlagen und die Einrichtung verwüstet. Als die Polizei kam, wurden die Angreifer zwar verhört, aber es wurde nichts unternommen, eine Verurteilung oder einen Schadensersatz gab es nicht.

Die Widerstände seitens der Kirchen und der Stadtverwaltung waren erheblich. In den Kirchen wurde vor den „Wiedertäufern“ gewarnt, und seitdem Lehmann zum Pastor eingesetzt wurde, geriet er noch stärker ins Visier. Die Gemeinde kam immer wieder in Konflikte mit den Behörden, die oftmals in Bußzahlungen, Diskriminierungen und Inhaftierungen endeten. Die Baptisten hatten kein öffentliches Versammlungsrecht und die Eheschließungen wurden nicht anerkannt. Auch das Verteilen von Traktaten, das für die Baptistengemeinden eine damals kennzeichnende Aktivität war, konnte Haftstrafen nach sich ziehen.

Wachstum und Standortänderung

Doch trotz aller Anfeindungen und Hindernisse wuchs die Gemeinde bis 1847 auf 320 getaufte Mitglieder. 1846 begann der Bau der ersten eigenen Kapelle in der Schmidtstraße 17. Da eine Baptistengemeinde aber nicht als Eigentümerin akzeptiert wurde, trug der Bauplan den Titel „Wohnhaus für Herrn Lehmann“.  Auch in den weiteren Jahren wuchs die Gemeinde beträchtlich an, sodass mehrere bauliche Erweiterungen an der Kapelle vorgenommen werden mussten. 1887 wurde die Gemeinde geteilt und fast die Hälfte der über 1000 Mitglieder fand ein neues Zuhause im Versammlungshaus in der Gubener Straße. Die in der Schmidtstraße bleibende Gemeinde betreute Zweiggemeinden in Berlin und westlich der Havel. Einige Jahre später zählte man in der Schmidtstraße wieder über 1000 Mitglieder.

Die Gemeinde in den Anfängen des 20. Jahrhundert

Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren für unsere Gemeinde weiterhin geprägt durch das Begleiten von Zweiggemeinden und starkes Engagement in der Mission. Aber der Zeitgeist machte auch an den Wänden der Schmidtstraße nicht halt. Mit den Anfängen des ersten Weltkrieges 1914 fühlten sich auch die Baptisten zur Verteidigung des „bedrängten Vaterlandes“ (gemäß Festschrift der Gemeinde 1937) berufen. Die Reihen in der Gemeinde wurden leerer, Jugendgruppen und Chöre schrumpften, denn immer mehr „hervorragende Kriegsfreiwillige“ (Festschrift 1937) wurden eingezogen. Schwestern des Diakonissenheims gingen an die Front, und der Frauenverein stellte sich für notwendige Dienste im Heimatland zur Verfügung. Der untere Gottesdienstsaal wurde zum Lazarett umfunktioniert und in den oberen Stockwerken wurde Platz für Flüchtlinge und eine Kleiderkammer für Hilflose eingerichtet.

Die Gemeinde während der der Naziherrschaft

Die Geschichte der Baptisten in Deutschland zur Zeit des Dritten Reiches ist kein Ruhmesblatt. Insgesamt haben es die Gemeinden und der Bund der Baptisten in Deutschland vermieden, klare Positionen zu beziehen, dazu zählte auch unsere Gemeinde. Tatsächlich haben etliche Baptisten im Dritten Reich eine Aufwertung ihrer Freikirche empfunden. Man sprach von den Freikirchen als dritte Säule des Christentums im Land. So empfand es auch unsere Gemeinde, die sich zu dieser Zeit über weiteres Mitgliederwachstum freute und davon sprach, dass die Stunde der Freikirchen anzubrechen schien (Festschrift 1937). Es wurden große missionarische Möglichkeiten erahnt, und die Sicht auf die Baptistengemeinden als Sekten war kaum noch verbreitet.

Trotzdem verunsicherte der politische Verlauf nicht wenige Mitglieder der Gemeinde. Es galt aber die Devise, dass Konflikte vermieden werden sollten. Man konzentrierte sich hauptsächlich auf die Arbeit innerhalb der Gemeinde. Politisches Engagement war wenig zu sehen. Viele haben weggesehen, nur Einzelne haben Widerstand geleistet, wie zum Beispiel eine Schwester unserer Gemeinde, die einer anderen Schwester jüdischer Herkunft lange heimlich Unterschlupf bot.

Im Jahr 1934 fand der Baptistische Weltkongress in Berlin statt. 100 Jahre waren seit der Gründung der ersten Gemeinde in Hamburg vergangen und in Berlin waren Baptisten aus aller Welt zu Gast, auch Mitglieder aus der Gemeinde in der Schmidtstraße. Die Reichsregierung nutzte diesen freikirchlichen Kongress für ihre Zwecke. Großzügige finanzielle Unterstützung wurde geliefert. Eine hohe außenpolitische und ökumenische Bedeutung wurde dem Treffen attestiert. Alle Teilnehmer sollten gute Eindrücke von der „religiösen Duldsamkeit der deutschen Nation“ mit in ihre Heimat nehmen. Der Kongress war für den NS-Staat eine willkommene Gelegenheit, der Welt ein ausländer- und religionsfreundliches Gesicht vorzutäuschen.
Dass die Führung der NSDAP in dieser Zeit die evangelischen Freikirchen förderte, um die    – durch den Kirchenkampf sichtbare Zerrissenheit – der Christen in Deutschland zu schüren, wurde kaum erkannt. Die Macht der großen Kirchen sollte gemindert werden. Dazu wurden die Freikirchenbenutzt.

Allerdings waren aus Sicht der Regierung nicht alle Freikirchen leicht zu durchschauen oder zu kontrollieren aufgrund von nahezu fehlenden Strukturen und der Unberechenbarkeit in den Augen des NS-Staates. Aus Sorge vorm „Verbot einer Christlichen Versammlung“, wie es im April 1937 einer Freikirche auferlegt worden war, schlossen sich immer mehr Freikirchen zu Verbänden zusammen.

Am 22. Februar 1941 wurde der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG) gegründet. Der gemeinsame Bund von Baptisten- und Brüder-Gemeinden umfasste 690 Gemeinden mit 120.000 Mitgliedern. Nach dem Krieg sind etliche Brüdergemeinden  bzw. Christliche Versammlungen wieder aus dem Bund ausgetreten. Sie empfanden den Zusammenschluss eher als ein Zwangsbündnis, welches sie unter äußerem Druck eingegangen waren, um nicht verboten zu werden. Unsere Gemeinde aber blieb im Bund und behielt, wie viele andere Gemeinden unserer Benennung, die Bezeichnung „Baptisten“ in Klammern hinter ihrem Namen: „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Tempelhof K.d.ö.R. (Baptisten)“.

Kurz nach Kriegsende gab es Schuldbekenntnisse nur von einzelnen führenden Vertretern der Baptisten. In einem Heft einer Bibelklasse unserer Gemeinde aus 1951 schrieb der Protokollant der Jugendgruppe: „Es gibt kein Staatsgesetz was mich nicht angeht (…). Ein Gesetz das vor meinem Gewissen, (..) nicht bestehen kann und als Sünde bezeichnet werden muss, fordert nicht nur mein Ablehnen, sondern auch meinen Widerstand heraus.“ Die Aufarbeitung der Vergangenheit innerhalb der Baptistengemeinden war/ist  ein langer und zäher Prozess. Ein ausführliches Schuldbekenntnis, das offiziell von Vertretern der Gemeinden auf einem Bundesrat der BEFG ausgesprochen wurde, gab es erst 1984 in Hamburg.

Das neue Gebäude

Im November 1943 wurde die Kapelle in der Schmidtstraße von Bomben getroffen und brannte komplett aus. Der Verlust des allein aus Spenden finanzierten Gemeindehauses war schmerzlich. Einige Jahre war die Gemeinde mit ihren Gottesdiensten und Veranstaltungen in Kirchen der Landeskirche oder anderen Gemeinschaften zu Gast. Nach Kriegsende lebte die Gemeindearbeit wieder auf, ein Neubau an der Schmidtstraße wurde allerdings nicht genehmigt. Doch zügig gesammelte Spenden ermöglichten einen Grundstückskauf an der Berliner Straße, heute Tempelhofer Damm, Ecke Borussiastraße. Am 26. September 1948 fand ein Dankgottesdienst unter freiem Himmel auf dem noch unbebauten Grundstück statt. Wo zwischenzeitlich eine mit sehr viel Eigenleistung erbaute Holzkapelle stand, wurde am 29. Mai 1960 das Gemeindehaus eingeweiht, indem wir bis heute unsere Gottesdienste feiern.

Unser Gemeinderat

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Ralf Schilcher

Pastor

rainer rumpel

Rainer Rumpel

Gemeindeleiter, Ältester

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Cornelia Metzner

Gemeindeälteste

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Bärbel Vogelsang

Gemeindeälteste